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1. Verein Deutscher Flipperfreunde e.V. Das Neueste von der EXPO berichtet uns Karin Kolbe
Nach zwei Jahren Abstinenz habe ich es in diesem Jahr endlich mal wieder geschafft, zur Pinball Expo zu fliegen. Wenn auch die Vorzeichen nicht gerade die Besten waren (WTC 11.9.). Ich war schon gespannt, was in diesem Jahr sein würde nach allem was in den letzten zwei Jahren in der Flipperszene passiert ist. Am ersten Abend im Hotel wollten wir dann mal schauen, ob in der kleinen Arcade im Keller noch ein Flipper steht. Da stand einer. Ein Godzilla. Der war so schwarz, das man Mühe hatte, auf der Spielfläche was zu sehen. Der ist wahrscheinlich noch nie geputzt worden. Das war jemanden sogar ein Posting in Rec.Games.Pinball wert...... Am Mittwoch abend war noch recht wenig los, wenn ich auch ein paar alte Bekannte traf. Donnerstag morgen sah das schon ein bisschen anders aus. Zusammen mit Horst Söllner fuhren wir in Rob Berks Wagen zur Werksbesichtigung nach Stern Pinball.
Vor der Tür angekommen, musste ich erst mal nach dem Firmenschild suchen, das ziemlich spartanisch wirkte. Da waren wir also, zu Besuch bei Gary Stern, "the last man standing". In der Halle läuft gerade aktuell der neue Monopoly vom Band. Es wirkte ziemlich geschäftig, ob man da wohl auf bessere Pinballzeiten hoffen darf? Der `sagenhafte` Erfolg von Austin Powers (66 Geräte nach Deutschland) noch übertroffen wird? Zu wünschen wäre es. Zumal der erste Pinball von Stern in Zusammenarbeit mit PLD (Pat Lawlor Design) erfolgversprechend angelaufen ist und von allen Seiten gute Kritiken bekommen hat. Fast ein Williams Gerät, fast. Vom Spielen mag es dem nahe kommen, qualitativ merkt man halt doch den Unterschied. Stern baut ja nach wie vor auf Lizenzthemen. Wobei ich mir doch manchmal denke, daß die Qualität eines Gerätes wichtiger sein sollte als das Thema. Ein gutes Thema macht einen schlechten Flipper nicht zum Renner. Es gab gleich am Mittwoch schon die ersten Seminare. Der erste Sprecher war Michael Shalhoub aus Australien zum Thema `Pinball down under`. Ein wirklich symphatischer Mensch, der auch ein Buch zum Thema Flipper machen möchte. Für ihn war es eine aufregende Erfahrung, all die Leute, die die Flipper gemacht haben, mal persönlich kennenzulernen. Don Caldwell sprach zum Thema Restaurierung von Flippern mit Folie (Mylar) und wie man Kunststofframpen wieder sauber bekommt. Er hat sich dafür extra ein Werkzeug gebastelt und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Richard Shaperos `Learn how to play Pinball` ist mittlerweile schon eine Institution. Da ich aber sicher nie lernen werde, wie man richtig flippert, habe ich auch diesmal wieder geschwänzt. Um kurz nach sechs ging es dann los. Ich weiß nicht wie es beim letzten Mal war, aber es gab schon recht viel freie Fläche diesmal. Es war aber nicht so, das nichts zu kriegen gewesen wäre. Ich hatte fast den Eindruck als wollten jetzt alle schnell noch Ihr ganzes Zeug für gutes Geld an den Mann bringen. Man hatte nicht den Eindruck als wäre nichts zu kriegen. Billig war es allerdings nicht. So zahlte man z. B. für einen Satz Slingshotplastics für den Scared Stiff 100 $. Medieval Madness gab es für 4500 $, einen nicht so tollen TAF Gold für 5700 $. Die Auswahl an Flyern war ganz gut, sogar zu moderaten Preisen. Freunde von EM-Geräten kamen sicher nicht auf ihre Kosten, da gab es wie immer eher weniger zu sehen. Das Turniergerät war der Monopoly (was auch sonst!?). Die Schlange davor nahm kein Ende. Ich hatte während der gesamten Expo keine Gelegenheit, mal daran zu spielen. Wie gut, das ich das schon auf der AMOA (amerikanische Automatenmesse, dazu sicher mehr von Heri!) ausgiebig tun konnte. Ich hatte auch nicht den Eindruck, daß das Interesse an der Expo spürbar nachgelassen hätte, trotz WTC und trotzdem Williams keine Flipper mehr macht. Williams scheint dafür wirklich gut im Casinogeschäft zu sein, in Las Vegas waren jede Menge Williams-Slots zu sehen. Schön, daß es Williams gut geht, schöner wäre es allerdings mal wieder einen neuen Williams Flipper zu sehen. Es gab sogar eine ganze Reihe von `Neulingen`, die zum ersten Mal auf der Expo waren. Da spürte man noch den Enthusiasmus. Es ist auch wirklich eine tolle Sache, all den Leuten die die Geräte machen bzw. gemacht haben mal persönlich zu begegnen. Auf der Expo stand ein STTNG, an sich nichts besonderes, aber da war ein Aufkleber drauf. Bernhard Wagner, Aufsteller stand darauf. Dieser Herr Wagner kam aber aus Emden. Eins von den vielen Geräten, die den Weg über den großen Teich zurück gefunden haben. Während des Banketts erzählte mir jemand, daß er Containerweise die Geräte aus Deutschland geholt hätte. Der Freitagmorgen stand wie immer ganz im Zeichen verschiedener Seminare. Tim Arnold berichtete darüber, das er jetzt wohl ernsthaft vor hat seinen Jugendtraum, eine riesige Spielhalle nur mit Flippern, zu verwirklichen. Aus steuerlichen Gründen allerdings als eine Art Museum. Tim ist jemand der die Energie, Zeit und Geld hat, solche Träme zu verwirklichen. Clay Harrell und Rob Hayes zeigten einen selbstgemachten, sehr lustigen Film. Leider war dieser Film nicht zu kaufen, schade eigentlich. Auf spaßige Art wurden verschiedene Techniken der Flipper-Renovierung gezeigt, manche waren mit Vorsicht zu genießen. Von den beiden gibt es vier Videokassetten (This old Pinball) zu kaufen. Don Beach führte sein selbstentwickeltes Lautsprechersystem für Flipper vor. Mark Bakula berichtete über den Erwerb seines Viper-Flipper-Prototyps von Sega/Stern. Ein ausführlicher Bericht dazu ist im PinGameJournal Nr.85/86 zu finden. Joe Blackwell von Stern gab ein paar Technik-Tips zur Fehlerfindung in Flippern. Jeder durfte auch mal selbst Hand anlegen. Am Ende stiegen leichte Rauchwolken aus dem Gerät. Szenen aus dem wahren Leben. Am Abend gab es dann noch ein Fireside Chat in Rob Berks Zimmer. Die Gäste waren am ersten Abend Kevin o′Connor(Silverball Mania), Greg Freres (STTNG), Margaret Hudson (Mr. & Mrs.Pacman) und Pat McMahon (TOTAN), alles Zeichner, die verschiedenen Geräten ihr Gesicht gaben. Kevin o′Connor berichtete, das der Computer auch vorm Artwork der Flipper nicht halt mache und High Roller Casino (auch von Kevin) wohl einer der letzten Flipper wäre, der noch auf die herkömmliche Art gezeichnet wurde. Monopoly (John Youssi) z.B. ist zum größten Teil am Computer entstanden. Auch Freitag Abend gab es ein Fireside Chat, diesmal hießen die Gäste Steve Kordek, Norm Clark, Wayne Neyens und Ed Krynski. Hier kamen gleich ein paarhundert Jahre Flippererfahrung zusammen. Wenn mein Herz auch mehr für die neueren Geräte schlägt, aber es ist ein Erlebniss, diesen lebenden Legenden zu lauschen. So ist z.B. Steve Kordeks mehr zufällige Begegnung mit der Automatenbranche legendär. Als er im Regen Zuflucht in einem Hauseingang suchte und man ihn fragte, ob er einen Job suche. Die Firma hieß Genco. Samstag morgen gab es dann auch wieder eine Versteigerung, die war diesmal woanders als sonst. Aber die Geräte waren schlecht wie immer. Da versucht wohl jeder, seinen Schrott zu versilbern. Nachmittags gab es dann die Autograph Session, immer wieder interessant. Was manche Leute für einen Aufwand treiben, einer hatte zwei komplette Spielflächen zum signieren mitgebracht. Auch die Autograph Session war an anderer Stelle als sonst. Den ganzen Samstag hatte es gegossen wie aus Kübeln. Das Hotel ist stellenweise wirklich marode, in dem Raum tropfte es von der Decke. Samstag war dann wie immer das Bankett. Zunächst wurden Sachen für einen guten Zweck versteigert. Eine Sega-Jacke erbrachte $ 270, ein GTB Flipper Airport nur $ 170. Nach dem Essen kam dann Guest Speaker Steve Kordek. Ich bewundere diesen Mann, der am 26.12. 90 (!) Jahre alt wird für seine Energie, die er trotz seines hohen Alters noch an den Tag legt. Möge er uns noch lange erhalten bleiben! Unschön war sicher, das manche Leute meinten, schon Samstag Abend abbauen zu müssen. Schade nur, das ihnen der Regen einen Strich durch die Rechnung machte, der hintere Parkplatz stand Knietief unter Wasser. Ärgerlich für die Leute, die erst am Sonntag kamen und in einer fast leeren Halle standen. Das ist eine Sache die wohl nie in den Griff zu kriegen ist. Wie auch immer, ich bin doch ganz froh, mal wieder da gewesen zu sein. Mag der Flipper auch kranken, tot ist er noch lange nicht! Ich hoffe nur, daß man auch im nächsten Jahr wieder Gelegenheit haben wird, die Pinball Expo zu besuchen.
Bildergalerie EXPO 2001Fotos: Karin Kolbe All Photos were taken by Karin Kolbe with the assistence of Jim Schelberg, Pingame Journal, who organized a lot of photo sessions at the EXPO!
Wayne Neyens (left) and Adolf Seitz (from Austria, living in US)
Pat Lawlor Show (left to right John Krutsch, Johny Youssi, Greg Dunlap, all work for PLD)
The shooting after the autograph sesssion (all from left to right).
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Viper Playfield ( much of the artwork reused in
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Mark Bakula with a modified Godzilla Playfield - Lamps working there (clean!!) |
Gary Stern (last man standing) and Rob Berk
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Joe Blackwell at STERN technique seminar |
Printout from John Youssi for Monopoly Playfield |
Horst Söllner beneath a Monsterbash playfield that was brought to be signed!!! (not by Horst) |
Clay Harrel & Rob Hayes alias Shaggy
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Gene Cunningham with playfields he wants to reproduce |
The Super Godzilla of the Hotels cellar arcade
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Steve Kordek with the Aussie bear |